Rückmeldungen vom Gebetsbrief März

Geschrieben am 30.03.2025
von Dr. Markus Arnold


Liebe Beterin, lieber Beter,

„ich verurteile mich selbst dafür, dass ich überhaupt an eine Abtreibung denke ...“. So oft hören und lesen die Profemina-Beraterinnen Sätze wie diese. Da ist eine Frau, die so verzweifelt ist, dass sie erwägt, etwas zu tun, was sie selbst als nicht richtig empfindet. Und sie be-urteilt dabei nicht nur die Tat, gegen die sich in ihrem Inneren eigentlich alles sträubt. Sie ver-urteilt auch sich selbst, die eigene Person, das eigene Herz – und das, obwohl sie „nur“ darüber nachdenkt und grübelt – und gleichzeitig andere, bessere Lösungen verzweifelt sucht, aber nicht finden kann. 
 
Solche Hilferufe verzweifelter Schwangerer zeigen, wie furchtbar ihre inneren Kämpfe, wie groß ihre Zerrissenheit und das Gefühl völliger Ausweglosigkeit sind. Und sie zeigen, wie sehr diese Frauen in Gefahr sind, durch ihre Selbstverurteilung ihren eigenen Wert, ihre Würde zu vergessen und die Achtung vor sich selbst zu verlieren. 
 
Beim Gedanken daran kommt mir der „verlorene Sohn“ (Lk 15,11-32) in den Sinn, der – nachdem ihm bewusst wurde, wie verkehrt all das war, was er getan hatte –, zu seinem Vater zurückkehrt mit den Worten: „Ich bin nicht mehr wert, Dein Sohn zu sein“. Ihn packt nicht nur Reue über seine Fehltritte. Er verurteilt auch sich selbst, empfindet sich als nichts mehr wert und seines Vaters nicht mehr würdig. Auch er hat die Achtung vor sich selbst verloren.  
 
Umso bewegender ist die Reaktion des Vaters, der seinen Sohn schon von Weitem wiedererkennt: Er läuft ihm entgegen, er richtet ihn auf, er kleidet ihn mit dem besten Gewand und überhäuft ihn mit Geschenken und Zeichen seiner großen Liebe! Genau das Gegenteil von dem passiert, was sein Sohn befürchtet und erwartet hat: Der Vater entzieht ihm nicht seine Liebe und Achtung, sondern schenkt sie ihm in überfließendem Maß! 
 
Diese Reaktion des Vaters ist kein Verhalten aus der Position des Stärkeren, der sich gönnerhaft zu dem herablässt, der vor ihm in die Knie gegangen und von seiner Hilfe abhängig ist. Es heißt, der Vater „hatte Mitleid“. Er litt mit seinem Sohn mit, er spürte seinen Schmerz, er fühlte die Demütigung und Verzweiflung, die sein Sohn empfand. Zu solchem „Mit-leiden“ ist nur wahre Liebe fähig. Nur sie vermag es, sich einzufühlen in das, was den Anderen bewegt, seinen Schmerz, seine Ängste und seine Verzweiflung nachzuempfinden. Wirklich „mit-leiden“ kann nur, wer ein Herz für den Anderen hat. Und ein solches „Vaterherz“ wünscht sich nichts mehr, als dem Leidenden zu zeigen, dass er nicht verloren ist, dass ihm nichts und niemand seine Würde, seine „Sohnschaft“ nehmen kann. Er möchte ihn aus dem Staub erheben und ihm seinen unverbrüchlichen Wert neu vor Augen führen. 
 
„Wie der Vater“, so begegnen auch Sie „unseren“ Schwangeren mit aufrichtigem Mit-leiden, mit Güte und Erbarmen. Durch Ihre Gebete und Ihre Spenden eilen Sie ihnen entgegen, erheben sie aus der Verzweiflung und legen ihnen das prächtige Gewand des Zutrauens um, aus ihrer schwierigen Situation das Beste zu machen. Sie schenken diesen Frauen den Glauben an sich selbst zurück, indem Sie ihnen helfen, der Stimme ihres Herzens zu folgen. Und Sie erinnern sie an ihren unendlichen Wert, an ihre bedingungslose Würde, indem Sie sie befähigen, sich mutig der Aufgabe zu stellen, die das Leben ihnen zugetraut hat.   
 
Danke, dass Sie für Berenike gebetet haben. Sie konnte sich mit der Unterstützung ihres Mannes für ihr Baby entscheiden.
Zu Amelie ist der Kontakt leider abgebrochen. Holly ist den Weg der Abtreibung gegangen.
Auch von Carolin aus dem Gebetsbrief im Februar wissen wir inzwischen, dass sie abgetrieben hat.
Edda spürte vor dem anstehenden Frauenarzttermin eine zarte Freude, erlitt im Nachgang aber eine Fehlgeburt, über die sie nun sehr traurig ist.
Mathilda geht den Weg des Lebens. Sie ist in guter ärztlicher Betreuung und der Befund ihrer Zwillinge hat sich zum Besseren verändert.
 
Von Herzen wünsche ich Ihnen noch eine gesegnete Rest-Fastenzeit und dann frohe und gesegnete Ostern. Fest im Gebet verbunden
 
Ihr       
Dr. Markus Arnold 
 
PS: Neben dem Gebet ist eine Spende lebensrettend. Darf ich deshalb heute um eine „Fastenspende“ bitten? Sie tragen damit konkret dazu bei, dass Schwangere in Not ihr Leid, ihre Verzweiflung und Selbstverurteilung hinter sich lassen und neu Ja zu ihrem eigenen Leben und zum Leben ihres Babys sagen können. Danke Ihnen schon jetzt dafür!

 

 

 

GEBETSBRIEF APRIL